Abmischen und Mixdown

Als letztes steht noch das Abmischen der zuvor aufgezeichneten Audiospuren an. Diesem Schritt sollte man mindestens so viel Aufmerksamkeit widmen, wie zuvor dem MIDI-Feintuning. Die groben Pegeleinstellungen ergeben sich aus den notierten Pegeldifferenzen, wie in obigem Abschnitt beschrieben. Man sollte sich aber nicht wundern, wenn an einigen Stellen um etliche dB korrigiert werden muß. Dies liegt an den weiter oben beschriebenen Problemen des Stimmenklau und der MIDI-Auslöschungen, welche nun nicht mehr auftreten und sich deshalb die Dynamik deutlich geändert haben kann. Insgesamt sollte man den Mix an seiner lautesten Stelle nahe an 0dB fahren um möglichst den gesamten Dynamikumfang auszunutzen und das Quantisierungsrauschen zu minimieren.

Die meiste Zeit in diesem letzten Schritt wird man aber mit dem musikalischen Aussteuern zubringen. Gemeint ist damit das Hervorheben einzelner Instrumente oder das An- und Abschwellen des ganzen Orchesters. Mit den Audiopegelreglern hat man hierüber eine viel bessere Kontrolle, als mit den entsprechenden MIDI-Befehlen und insbesondere entstehen keine zeitlichen Engpässe, wie es bei MIDI (MIDI-Verstopfungen, s.o.) der Fall sein kann. Der gesamte Vorgang erfordert ein feines Gehör und ein ausgesprochen musikalisches Gespür. Es empfiehlt sich nicht länger als eine Stunde abzumischen und anschließend eine mehrstündige Pause (in weitgehend stiller Umgebung) einzulegen, da das menschliche Gehör bei hoher Konzentration ziemlich rasch ermüdet. An dieser Stelle ist es auch denkbar, das ein oder andere mal behutsam einen Equalizer einzusetzen, um einem Instrument mehr Durchsetzungsfähigkeit zu verleihen. Derartige Effekte sind heutzutage auf dem Computer ohne Zuhilfenahme externer Geräte möglich (siehe den Punkt Software unter Technische Ausrüstung).

Trotz größtem Bemühen darf man sich nicht wundern, wenn das Endergebnis nicht ganz wie ein echtes Orchester klingt. Den letzten Rest an Esprit, das letzte Quäntchen menschlicher Agogik wird man selbst bei unendlichem Zeitaufwand nicht in die synthetische Musik hineinbekommen.

Ist man mit seinem Werk zufrieden, kann man den Mixdown starten, dem automatischen Zusammen­mischen aller Einzelspuren in eine Endspur unter Berücksichtigung aller Einstellungen. Dies erledigt die Sequencer-/Audiosoftware meist selbstständig, so daß nur noch das Brennen des Endfiles auf eine CD mit Hilfe eines entsprechenden Brenn­pro­grammes zu tun bleibt. Ist noch ein Endeffekt auf den Gesamtmix gewünscht (z.B. ein besonders warmer Hall), so kann man ihn entweder mit Hilfe der Software beim Mixdown hineinrechnen oder per externem Gerät, wobei dann allerdings ein zusätzlicher Aufnahmeschritt, also eine zusätzliche DA-AD-Wandlung, notwendig wird.

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